Dein Video gegen Abgeordnetenbestechung

Veröffentlicht am 26. Juli 2010

Initiative 108eAbgeordnetenbestechung? Das ist doch illegal, oder nicht? Schließlich leben wir in einem demokratischen Rechtsstaat. Zumindest sollte man das meinen, doch dem ist leider nicht so. Die Strafbarkeit der Abgeordnetenbestechung regelt in Deutschland der §108e StGB. Dieser verbietet den direkten Kauf und den Verkauf der Stimme bei einer Abstimmungen im Parlament.

Nicht strafbar sind jedoch:

* die Bestechung über Vorteilsnahme von Dritten oder zu Gunsten Dritter (Ehefrau, Kinder, etc.)
* die nachträgliche Bestechung (Dankeschöngeschenk für eine Stimme)
* der Kauf der Stimme bei Abstimmungen in den Fraktionen. Diese sind durch den "Fraktionszwang" sehr wichtig.

Das muss sich ändern! Deutschland hat hierzu die UNCAC (United Nations Convention against Corruption) unterschrieben. Mit der Unterschrift unter diesem Übereinkommen gegen Korruption im Jahr 2003 hat Deutschland sich dazu verpflichtet, die oben genannten Dinge zu ändern. Bisher ist aber nichts passiert. Ziel der Initiative §108e ist es, das zu ändern! Eine Petition an den Bundestag wurde nicht zur öffentlichen Online-Unterzeichnung zugelassen, deshalb ist umso mehr Dein Engagement gefragt, um das Thema auf die Tagesordnung zu bringen!

Videoaufruf

Die Initiative 108e ruft zum Videowettbewerb gegen Abgeordnetenbestechung auf! Was ärgert Dich besonders an der Gesetzeslage? Wo werden die Bürger hinter's Licht geführt? Wie können wir das ändern?

Deiner Kreativität sind keine Grenzen gesetzt! Ob Animation, Schauspielerei oder Zeichentrick – schick uns bis zum 8. August 2010 Dein Video an video@108e.de und der Ruhm wird Dir sicher sein!

Zwei Wochen lang kann nach Einsendeschluss online über alle eingereichten Videos abgestimmt werden. Garantiert bestechungsfrei! Das Siegervideo wird prominent auf unseren Webseiten und durch unsere Unterstützer beworben. Der Sieger erhält dazu noch ein THE T.BONE SC450 USB welches von Benjamin Stöcker, Beisitzer im Bundesvorstand der Piratenpartei, zur Verfügung gestellt wird.

...und so lange wir auf eine Gesetzesreform noch warten müssen, ein freundlicher Warnhinweis an unsere Abgeordneten: Der Empfang von Schmiergeldzahlungen kann umsatzsteuerpflichtig sein!


Verantwortlich für den Inhalt dieses Artikels: Initiative §108e

Kommentare

Hm, so aus dem Stehgreif

Jo, also...

Kurzfristig:
- Bewusstmachen das es das Problem überhaupt gibt durch öffentlichkeitswirksame Aktionen
- Einführung internationaler Standards (wie die Ziele dieser Kampagne)
- Unterstützung investigativer Journalisten, was Punkt 1 unterstützt (z.B. Roth)
- Kleinparteien wählen, vorzugsweise welche die (noch) nicht (so stark) in die Korruptionsnetze eingebunden sind, dabei am besten welche die noch idealistisch genug sind diesen so lange wie möglich zu widerstehen, die PIRATEN bieten sich hier an

Mittelfristig:
- Mehr Verwaltung so gut es geht in die Hände der Betroffenen abgeben, um korrumpierbare Mittelsmänner mit eigenen Interessen zu vermeiden
- nach und nach imperative Mandate für die Exekutive einführen
- Aufklärungskampagnen starten, und hoffen das diese sich dezentral und selbstorganisiert fortsetzen - keine Kampagne dieser Art kann funktionieren, ohne dass das Volk das Gefühl hat auch etwas bewirken zu können

langfristig:
- Föderalistische Räterepublik mit Regierung kontrolliert durch imperative Mandate,
- Einführung eines Geldsystems nach Freiwirtschaftslehre (Silvio Gesell),
- Demokratisierung der Wirtschaft in dezentralem Gemeinbesitz, ohne zentrale Staatskontrolle, egal wie sehr sich die Liberalen gegen so einen "Sozialismus" stellen

Jo, man muss mir nicht zustimmen, oder nur einzelnen Punkten, oder nur bei "kurzfristig". Muss ja nicht jeder so wie ich Anarchist sein.