Pressemitteilung - Veröffentlicht am 12. März 2010
Die Piratenpartei Deutschland ist dem Bündnis "STOP ACTA" beigetreten. Diese internationale Vereinigung verlangt den Stopp der Verhandlungen und die Offenlegung der bisherigen Ergebnisse des ACTA-Abkommens. Zur Durchsetzung dieser Ziele wurde eine öffentliche Petition ins Leben gerufen.
Durch ACTA (Anti-Counterfeiting Trade Agreement) werden unter dem Deckmantel eines Handelsabkommens ohne jeglichen öffentlichen Diskurs tiefe Einschnitte in die Freiheitsrechte der Bevölkerung geplant. Daran beteiligt sind neben den Ländern der Europäischen Union unter anderem auch die USA, die Schweiz, Japan und die Vereinigten Arabischen Emirate. Offizielles Ziel des Abkommens ist die Einschränkung von Produktpiraterie. Zu diesem Zweck sollen Internetzugänge kontrolliert und Nutzer gesperrt werden. Auch persönliche Durchsuchungen an den EU-Grenzen und eine Konfiszierung von Speicher- und Computergeräten ohne richterlichen Beschluss werden hinter verschlossenen Türen diskutiert.
Dem Aktionsbündnis "STOP ACTA" gehören neben den deutschen Piraten und der Jugendorganisation "Junge Piraten" bisher die Piratenparteien der Länder Schweiz, Österreich, Luxemburg, Großbritannien und Mexiko an. Die Beteiligung weiterer Länder wird in Kürze erwartet.
Neben den Inhalten des Anti-Piraterie-Abkommens ACTA kritisiert das Bündnis auch dessen intransparente Ausarbeitung. Selbst dem EU-Parlament wird die Einsicht verweigert, während Interessenverbände der Medienindustrie an den Verhandlungen beteiligt sind. Daher verabschiedete das Parlament am letzten Mittwoch einen interfraktionellen Entschließungsantrag. Dieser fordert von der an ACTA beteiligten EU-Kommssion die rasche Offenlegung des Entwurfs und eine Beschränkung der Verhandlungen auf das bisherige System zur Durchsetzung der Rechte an immateriellen Gütern.
Um dem Anliegen mehr Gewicht zu verleihen, hat das Bündnis "STOP ACTA" eine Petition gestartet, die jedem Bürger die Möglichkeit bietet, sich gegen das Abkommen auszusprechen. Sie kann auf der Internetseite http://acta.junge-piraten.de mitgezeichnet werden. Die gesammelten Unterschriften werden sowohl den verhandelnden Parteien bei der nächsten Verhandlungsrunde in zwölf Wochen als auch dem Europäischen Parlament übergeben.
»Die fast einstimmige Erkärung der Mitglieder des Europäischen Parlaments zeigt, dass die Forderung nach Transparenz in Bezug auf ACTA richtig ist. Die bisher bekannt gewordenen Details der Verhandlungen lassen das Ausmaß des Abkommens nur erahnen, das mit jeder Veröffentlichung schlimmer zu werden scheint«, so Stephan Urbach, ACTA Koordinator der Piratenpartei Deutschland. »Es ist wichtig, die Petition online oder offline zu mitzuzeichnen, denn so können wir den Rückhalt gegen ACTA innerhalb der Bevölkerung zeigen und weiter politischen Druck auf die Verhandlungsführer aufbauen. Gemeinsam können wir ACTA stoppen!«
Weitere Informationen über ACTA und die Pläne des Bündnisses sowie Werbematerial finden sich auf der Internetseite http://www.stop-acta.info. Die Piratenpartei Deutschland fordert alle Bürger auf, durch die Unterzeichnung der Petition ein deutliches Zeichen gegen die geplanten Einschnitte in ihre Freiheit zu setzen.
Verantwortlich für den Inhalt dieser Pressemitteilung: Bundespressestelle der Piratenpartei Deutschland
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Verantwortlicher Redakteur: Daniel Flachshaar
Kommentare
Kommentieren ist bereits Basisdemokratie
Du zeigst durch deine Mitgliedschaft, Satzung beherzigen,
Beiträge zahlen und Mitreden, ganz klare Zeichen
des basisdemokratischen Verständnisses, wie es bei den Piraten
sein soll.
Deine Kritik an den unentfalteten und unterentwickelten
Piratenaktivitäten, wie Du sie beschreibst, sind dann bereits
Politik.
Wenn Du mehr wünschst, als nur Deinen Kommentar abzusetzen,
musst Du mehr tun.
Du wirst dann auf andere Piraten stoßen, die bereits was tun.
Stoßen! - Denn die rufen Dich nicht, sofern Du vom derzeitigen
Hausmeisterkurs abweichende Ideen verfolgen willst.
Also musst Du Dich verbünden und mit mehrheitsfähigen Vorschlägen
argumentieren.
Viele Piraten werfen genau an diesem Punkt ihre Handtücher.
Wir sehen es gerade in der Planungsgruppe des NRW-Wahlkampfes:
Statt diesen Wahlkampf der Mobilisierung aller Piraten in Deutschland anzumuten,
(denn die föderalistische Verflechtung macht gerade den Wahlausgang
in Düsseldorf für uns alle entscheidend - von Laboe bis Passau -)
gelingt es den Wahlkämpfern gerade mal, die freiwilligen Aktiven
bei der Stange zu halten. Keiner mag "Ehrenamt ohne Ehre" bzw.
Freiwilligkeit ohne Freiheit, Dilettantismus ohne professionelle Ergebnisse.
Das ist alles total schwer. Zumal man sich kaum persönlich kennt.
Deshalb: FLAGGE ZEIGEN! Der 9. Mai ist Piratentag.
Dr. Dietmar Moews, IT-Soziologe, Piratenpartei Deutschland, Berlin