Internet-Enquetekommission - Wann kommt eine echte Alternative?

Pressemitteilung - Veröffentlicht am 4. März 2010

Die Piratenpartei Deutschland kritisiert die heute vom Deutschen Bundestag eingesetzte Internet-Enquetekommission als "Alibi-Veranstaltung". Deutschland hat keinen Bedarf an weiteren Schwatzrunden zum Thema Internet, sondern netzpolitischen Handlungsbedarf.

Allein das Urteil des Bundesverfassungsgerichtes in dieser Woche zeigt, dass es bereits fünf nach zwölf ist. Mit dem Jugendmedienschutz-Staatsvertrag der Länder wird derzeit ein weiterer Anschlag auf das Internet in Deutschland gestartet, mit dem sich die Kommission nicht beschäftigen darf. Auch heiße "Interneteisen", wie das Abmahnungswesen, stehen nicht zur Diskussion.

Wie überflüssig diese Kommission ist, zeigt sich auch am Schicksal des Vorgängers aus den Jahren 1995 - 98. Wesentliche Papiere und Empfehlungen dieser Kommission, zum Beispiel zu Datenschutz und IT-Sicherheit, sind im federführenden Innenausschuss auch zwölf Jahre danach noch nicht behandelt worden.

Scharfe Kritik üben die Piraten auch an der personellen Zusammensetzung der Kommission: Ihr Vorsitzender ist ein CDU-Mann ohne Internetaffinität. Als Provokation wird außerdem die Berufung des SPD-Mitglieds Martin Dörmann empfunden, der für die Durchsetzung des als "Zensursula" bekanntgewordenen Zugangserschwerungsgesetzes verantwortlich war. Damit hat die SPD das in sie gesetzte Restvertrauen verspielt.

»Die Zusammensetzung der Enquete-Kommission bestätigt die Befürchtungen, die wir schon im Vorfeld geäußert haben«, sagt Nico Kern, Spitzenkandidat der Piratenpartei bei der bevorstehenden Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen. »Es ist offensichtlich, dass die Regierung nach wie vor nicht daran interessiert ist, einen echten Wandel in der deutschen Netzpolitik voranzutreiben. Es handelt sich nur um eine Symbolkommission, die geschaffen wurde, um der Bevölkerung ernsthaftes Interesse vorzugaukeln.«

Zusammen mit anderen Netzaktivisten will die Piratenpartei nun prüfen, ob sie den Bundestag mit Initiativen von außen auf den richtigen Weg bringen kann. Die Gründung einer alternativen Enquetekommission ist geplant.


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Verantwortlicher Redakteur: Daniel Flachshaar

Kommentare

Liebe Piraten, wenn ich

Liebe Piraten, wenn ich wirklich der einzige PIRAT sein
sollte, der dieses Elend hier akzeptiert, dass:

Kaum ein Journalist oder die nichtpiratische Öffentlichkeit
täglich pointiert geistig ernährt werden.

Die Mobilisierung von uns im Wahlkampf, wo es nun
wirklich um die Wurst geht, hier scheins
aufs Weitere so bleiben soll: Nichts zu sagen zu haben,
was die Journalisten nicht bereits vergangene Woche selbst
geschrieben hatten ...

Wo liefern wir täglich Bilder für die Medien dazu täglich
Pressekonferenzen unserer Kandidaten vor Ort, in ihren
Wahlkreisen? als seien die Werte aus der APO, die wir den
Blockparteien und besonders den Nichtwählern und
Unzufriedenen am Wahltag für die kommenden Jahre
bieten wollen, allseitig bekannt und unsere Spitzenpiraten
in aller Munde.

Es hat der fehlerhafte unterentwickelte Selbstbegeisterungs-Wahlkampf
vom September 2009 keinerlei Aufarbeitung zur Folge gehabt.
Die organisatorische und geistige Unfähigkeit unserer Vorstände
musste ausgehalten werden. Aber jetzt so weiter?

Ich halte das für Verhöhnung aller, die sich wirklich ins Zeug legen.

Und was soll der Quatsch mit Hermes Fettberg? Ist der wirklich
bei uns im Einsatz?

Wenn ich also hier ganz alleine stehe, lasse ich Euch nunmehr
in Frieden. Ihr werdet allerdings von meiner täglichen Arbeit
im Wahlkampf berührt werden. Auch wenn es kein Liquid
im Piratengeist gibt. Der Zustand indiziert aus Sicht der Soziologie
den Begriff "Zersetzung". Wo ist die Lähmung? Wer lähmt unsere
Piratenarbeit? Wir werden wirklich gebraucht. Und halte ich mich
an persönliche Erklärungen von Thorsten Wirth, dann arbeitet er
fleißig, ist überfordert und ist für die Zustand persönlich verantwortlich.
Verantwortlich sind selbstverständlich alle Vorstände persönlich,
für den Zuschnitt ihrer Vorstandsarbeit - ich mags gar nicht
glauben, über jens Seipenbusch in der FAZ lesen zu müssen:
Dass er weit und breit keine geigneten Nachfolger sähe.
Das wird so sein. Aber was macht da einer, der nicht sieht?

Unsere APO-Botschaft kann doch nur sein:

Piraten versprechen, keine Blockpartei zu werden

Piraten als liberale Bürgerrechtspartei

als Partei der High End IT-Revolution (nicht in der Spur von Bosbach).

Dr. Dietmar Moews, Piratenpartei Deutschland

http://www.youtube.com/watch?v=Udlzkt7bu3c