Pressemitteilung Landesverband Bayern - Veröffentlicht am 16. Februar 2010
»Daten kann man nicht stehlen«, so die bayrische Justizministerin Beate Merk (CSU). Eine beeindruckende Aussage. Auch, weil sie ein völlig neues Licht auf die Diskussion um das Filesharing wirft. Denn auch hier handelt es sich nur um Daten, die nicht stehlbar sind. Führt man den Gedanken weiter, stellt man fest, dass es falsch ist, hier von Raubkopierern zu sprechen.
Die Piratenpartei Bayern freut sich, dass die bayerische CSU Regierung endlich unsere Argumente annimmt und sich zu eigen macht. »Frau Merk hat beachtlichen politischen Mut bewiesen, sich gegen die allgemein übliche Meinung der Rechte-Industrie zu stellen. Wir hoffen, dass sie tapfer weiter Segel in diese Richtung setzt und geben gerne Rückenwind«, meint Klaus Müller, Vorsitzender des Landesverbandes Bayern der Piraten.
Alles im Internet basiert auf Kopien: selbst das Aufrufen einer Webseite erzeugt eine Kopie auf dem Gerät, das sie anzeigt. Da sich diese Kopierbarkeit von digital vorliegenden Werken technisch nicht sinnvoll einschränken lässt und die flächendeckende Durchsetzbarkeit von Verboten im privaten Lebensbereich als gescheitert betrachtet werden muss, sollten die Chancen der allgemeinen Verfügbarkeit von Werken erkannt und genutzt werden.
Daher fordern wir, das nichtkommerzielle Zugänglichmachen und Nutzen von Werken nicht nur zu legalisieren, sondern explizit zu fördern, um die allgemeine Verfügbarkeit von Information, Wissen und Kultur zu verbessern. Dabei müssen die Interessen der Urheber - und weniger der Verwerter - in den Vordergrund rücken, was heutige Gesetze nicht bewerkstelligen.
Freie Werke und Informationen sind jedoch strikt von privaten Daten zu trennen. Im Rahmen des Datenschutzes dürfen diese weder ungewollt kopiert noch verkauft werden.
Frau Ministerin Merk, wir laden Sie herzlich zu unserem Piratigen Aschermittwoch in Ingolstadt ein. Gerne diskutieren wir dort eine gemeinsame Zukunft. Wir Piraten unterstützen Sie in allen Bestrebungen diese Einsicht umzusetzen, um ein neues, faires und modernes Urheberrecht umzusetzen. Ein Urheberrecht, das tatsächlich die Urheber beglückt und die Kunden nicht bestraft und so hilft, Deutschland zu einer modernen Wissengesellschaft entwickeln.
Verantwortlich für den Inhalt dieser Pressemitteilung: Landespressestelle Bayern der Piratenpartei Deutschland
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Kommentare
Wieso werfen so viele hier...
...den Piraten juristische Ungenauigkeit vor? Hallo?
Natürlich ist der Begriff Diebstahl bei Daten fehl am Platz aber genau das ist doch der Witz dieser PM!
Seit über Filesharing & Co diskutiert wird, wenden gerade Poltiker besagter Parteien eben ABSICHTLICH NICHT den korrekten juristischen Terminus an:
Man redet nicht von "illegaler Verfielfältigung" sondern von "Raubkopien" (was eigentlich noch lustiger als "Diebstahl" ist, denn "Raub" ist juristisch gesehen ja nun was völlig anders).
Man redet nicht vom "illegalen Musik-Kopieren" sondern von "Musik-Piraterie".
Man redet davon, dass Kopien von Musik-CDs "verboten" sind - und unterschlägt völlig, dass es nach wie vor ein Recht auf Privatkopie gibt.
Und (leicht anderes Thema, aber geht in die gleiche Richtung), man redet nicht von "Ego-Shootern" sondern von "Killerspielen".
Sowas passiert nicht "ausversehen" oder wider besseren Wissens, das ist eine klare Stigmatisierung Andersdenkender (allesamt Killer, Räuber, Piraten, Diebe,...) - so funktioniert Marketing!
Man kann über die Ansichten der Piraten ja verschiedener Meinung sein - aber die juristische Rum-Murkserei, Raub, Diebstahl, Urheberrechtsverletzung, Privat-Kopie, Patentrecht etc. zusammen in einen Topf zu werfen, haben zuerst andere angefangen, es ist nur recht und billig, dass hier mal gekontert wird!