NDR gegen die freie Meinungsäußerung

Pressemitteilung - Veröffentlicht am 2. Januar 2010

Kaese fuer den NDR / 'gez-abschaffen.de/meinezwangsanmeldung.htm' (cc by Bernd Höcker)Der freie Journalist und GEZ-Kritiker Bernd Höcker erhielt kürzlich ohne jegliche Vorwarnung eine Abmahnung mit einem Gegenstandswert von 50.000 Euro. Der Kläger ist Herr Klaus Siekmann, Justiziar des NDR. Er verlangt, dass Teile von Höckers Internetseite "www.gez-abschaffen.de" stark überarbeitet werden. Letztlich sollen dadurch Beiträge verschwinden, die Methoden der GEZ bei der Gebühreneintreibung beschreiben und außerdem zeigen, wie man sich dagegen wehren kann.

Nach Ansicht der Piratenpartei wird hier von einer öffentlich-rechtlichen Stelle Zensur betrieben, um einem Kritiker das Wort zu verbieten. Dies widerspricht dem Recht auf freie Meinungsäußerung.

Gegen die Inhalte auf der Internetseite konnte nicht direkt vorgegangen werden, denn es wurde »niemals eine Tatsache falsch dargestellt oder jemand (...) beleidigt«, schreibt Bernd Höcker [1]. Daher berief sich Klaus Siekmann als hauseigener Jurist des NDR darauf, dass seine Persönlichkeitsrechte durch eine namentliche Nennung im Rahmen der Berichterstattung verletzt wurden. Höcker unterzeichnete aufgrund des immens hohen Streitwertes von 50.000 Euro eine Unterlassungserklärung und ist daher nun verpflichtet, große Teile seines Weblogs zu entfernen. Höcker selbst schreibt in Bezug auf die Abmahnung: »Dies ist ein dunkler Tag für die freie Berichterstattung.«

»Ich erwarte von einem öffentlich-rechtlichen Rundfunk, dass er eine freie Berichterstattung fördert und nicht unterdrückt. Alles andere ist mit seinem Programmauftrag nicht zu vereinbaren. Die GEZ unterliegt keiner wirklichen Kontrolle, und dass Höcker hier mit rechtlichen Tricks mundtot gemacht wurde, ist ein Skandal«, sagt Nico Kern, Spitzenkandidat der Piratenpartei bei der kommenden Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen.

Höcker setzt sich schon seit mehreren Jahren intensiv mit der GEZ auseinander und sieht es als seine Aufgabe an, über die Arbeitsweise der Verwaltungsgemeinschaft aufzuklären und deren rechtsstaatliche Konformität zu hinterfragen. Anhand vieler Fallbeispiele konnte er zeigen, wie die GEZ »sowohl durch stures Durchhalten als auch mit juristischen Tricks, die keine andere Behörde anwendet, die Bürger drangsaliert« [1]. Außerdem gibt der Journalist Hinweise darauf, wie sich Betroffene »unter Anwendung eines grundgesetzlich verbrieften Rechts« gegen eine Zwangsanmeldung wehren können [2]. Dem NDR war er aufgrund vergangener Streitigkeiten und natürlich wegen der Inhalte seiner Veröffentlichungen schon länger ein Dorn im Auge.

Die von Siekmann beanstandeten Berichte haben sich bereits vor dem Löschen durch Höcker im Internet verbreitet [3]. Höcker selbst startete die Kampagne "Käse für den NDR!" und ruft Sympathisanten dazu auf, Briefe mit Käse an den Intendanten des NDR zu schicken [1].


Quellen:

[1] http://gez-abschaffen.de/meinezwangsanmeldung.htm
[2] http://www.gez-abschaffen.de/Zwangsanmeldungen.htm
[3] http://web.archive.org/web/20080602034952/www.gez-abschaffen.de/meinezwangsanmeldung.htm


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Verantwortlicher Redakteur: Daniel Flachshaar

Kommentare

Piraten müssen agieren nicht schimpfen

Juristisch ist in der Arbeit des Herrn Höcker sicher einiges im Argen. Wohlgemerkt auf beiden Seiten.
Allerdings zeugt das Zustandekommen dieses Prozesses von der Bürgerferne der Politik und das die Ursachen für diese (Über-) Reaktion von Menschen wie Herrn Höcker nicht interessieren.

Seit Jahren (Jahrzehnten?) verärgert man die Bürger mit den unseriösen Methoden der Gebührenschnüffler, seit genauso langer Zeit werden Rundfunkgebühren erhoben und ständig angehoben die den Menschen in diesem Land nicht mehr zu erklären sind – einfach weil die Erklärungen keinen Inhalt haben. Wer in diesem Land noch etwas bewegt oder etwas bewegen möchte muss gleich mehrfach die horrenden Rundfunkgebühren zahlen ohne den geringsten Mehrwert. Wen wundert es dann, wenn da jemanden der Kragen platzt?
Das was hier passiert ist ein Symptom für ein System das längst mit dem Prinzip von Demokratie und Gerechtigkeit nicht mehr zu rechtfertigen ist und das von den Personen zu verantworten ist welche sich damit wirtschaftlich und/oder politisch ein bequemes Leben machen.

Hier erwarte ich jetzt auch von unserer Bundespartei eine klare Aussage.
Die Rundfunkgebühr über Nacht abzuschaffen ist sicher nicht realistisch – vermutlich auch nicht notwendig. Aber eine klare Linie zu Gerechtigkeit und gegen eine unkontrollierte Abzocke ist mehr als überfällig. Weg von der Diskussionspartei endlich zum Handeln.

Natürlich läuft eine Partei dann auch Gefahr von den zensierten oder sagen wir besser kontrollierten Medien nicht mehr beachtet zu werden.
Den Bürgern aber eine klare Aussage und Zielsetzung zum Thema zu geben ist verständlicher Wahlkampf.

Nebenbei kann man den Menschen auch noch juristisch seriöse Tipps geben, wie man sich gegenüber der GEZ und den Gebührenschnüfflern zu verhalten hat. ;-)

  • Nur per Überweisung zahlen
  • Schnüffler sofort raus werfen und Hausverbot (auch schriftlich an die zuständige Rundfunkanstalt) erteilen
  • keine Aussagen über Nachbarn und andere Personen
  • sich einfach mal informieren welche Rechte die Schnüffler haben um seine eigenen Rechte zu kennen!
  • usw. ...

    Dies einmal als Idee wie man auch auf die Menschen zugehen kann.