Als freie Software bezeichnet man Programme
Der Gegensatz von freier Software ist proprietäre Software, die meistens käuflich zu erwerben ist und deren Quellcode nicht veröffentlicht wird.
Für Laien: Als Quelltext eines Programmes bezeichnet man den Code, den ein Programmierer in seinen Computer tippt. Dieser wird später in eine ausführbare Datei übersetzt, welche dann nur noch sehr schwer von einem Menschen verändert werden kann. Die meiste kommerzielle Software, also Produkte wie etwa Windows oder die Brennsoftware Nero, werden nur als solche ausführbaren Dateien vertrieben, so das sie nicht umprogrammiert und verbessert werden können. Außer man arbeitet beim Herrsteller und hat zugriff auf den Quelltext.
Der Begründer der freien Software-Bewegung war 1983 Richard Stallmann, ein Entwickler am MIT. Er erarbeitete in dem von ihm gegründeten GNU-Projekt die GNU General Public Licence (GPL) und das Copyleft als Antagonismus zum Copyright.Die GPL hat zum Ziel, freie Software zu lizenzieren und das Copyright und somit den Fortbestand freier Software zu schützen. Inzwischen gibt es neben der GPL noch zahlreiche weitere Lizenzen für freie Software. Ein besonders bekannter Vertreter ist die Creative Commons-Lizenzfamillie. Diese hat den Vorteil, das sie auch für andere Arten urheberrechtlich geschützter Werke verwendet werden kann, etwa Musik, Fotos oder Texte. Außerdem kann der Urheber selbst bestimmen, wie viele Rechte er seinen Nutzern einräumen möchte, so kann er etwa kommerzielle Nutzungen untersagen oder auf die Nennung seines Namens bestehen. Weitere Vertreter sind die BSD-Lizenz, die GFDL oder die LGPL. Für weitere Informationen siehe Wikipedia. (Wikipedia selbst ist ein großartiges Beispiel, wie die Ideologie freier Software auch auf andere Bereiche kreativen Schaffens ausgedehnt werden kann.)
Alle Lizenzen für freie Software müssen von der Free Software Foundation (FSF) anerkannt werden.
Das heute populärste freie Betriebssystem ist Linux. Es wurde 1991 von dem Finnen Linus Torvalds programmiert. 1998 stellte Netscape den Quelltext für den Browser Navigator frei zur Verfügung, die Weiterentwicklung des daraus entstandenen Mozilla-Projekts ist unter anderem der Browser Firefox. Freie Software wird heute weltweit von der Wirtschaft eingesetzt, das Internet läuft beispielsweise zum größten Teil auf Linux-Servern mit freien Programmen.
Die Entwicklung von freien Software-Produkten hat längst die Welt der Universitäten und Idealisten verlassen: große Unternehmen wie IBM oder Novell haben sogar ihre eigenen Entwicklungsabteilungen, die nur mit der Programmierung von freien Software-Produkten beschäftigt sind. Entgegen der allgemeinen Einschätzung ist der Einsatz von freier Software im Business-Bereich weitaus größer als bei Privatnutzern.
Heute gibt es für fast jede Aufgabe auch eine etablierte freie Software. Wenn du reinschnuppern möchtest, haben wir hier eine kleine Liste mit besonders beliebten freien Programmen zusammengestellt.
Oft wird freie Software auch als "Open Source" Software bezeichnet.
In der eigentlichen Bedeutung unterscheidet sich die Open Source Definition nicht von freier Software. Der Begriff „Open-Source-Software" scheint aber mit der Betonung der Überlegenheit des Entwicklungsprozesses eher die Entwicklersicht wiederzugeben, während der Begriff „Freie Software“ den Nutzen für den Anwender und die Gesellschaft heraushebt. Beide Begriffe können unterschiedliche Assoziationen auslösen, die ursprünglich nicht geplant waren. Die Open Source/freie Software-Szene streitet darüber, welcher Begriff besser ist.
Offene Standards
Die freie und andauernde Verwendung von Daten jeder Art durch alle Nutzerinnen mit IT-Systemen und/oder -Programmen ihrer Wahl kann nur erfolgen, wenn diese Daten in einem Format vorliegen, das den Kriterien eines offenen Standards entspricht. Ähnlich ist es bei der Zusammenarbeit verschiedener technischer Systeme. Diese sind nur dann bei gleicher Funktionalität austauschbar, wenn ihre Schnittstelle ein offener Standard ist. Wir setzen uns deshalb für den konsequenten Einsatz und die Verbreitung von offenen Standards ein. Denn so wird die Abhängigkeit von einzelnen Herstellern verringert und ein freier Wettbewerb technischer erst Lösungen möglich.
Dabei verstehen wir einen "offenen Standard" als einen (hier IT-) technischen Standard, der vollständig, öffentlich, ohne Einschränkungen für alle Menschen gleichermaßen zugänglich ist, bewertet und benutzt werden kann. Ein offener Standard ist frei von Komponenten oder Erweiterungen, die von nicht offenen Standards abhängen, die selbst nicht dieser Definition entsprechen. Zudem enthält er keine juristischen oder technischen Klauseln, die seine Verwendung von jeglicher Seite oder jeglichem Geschäftsmodell einschränken. Weiterhin muss ein offener Standard unabhängig von einem einzelnen Hersteller geleitet und weiterentwickelt werden, in einem Prozess, der einer gleichberechtigten Teilnahme von Wettbewerbern und Dritten offen steht. Last but not least ist er als vollständig freie Implementierung oder wenigstens in verschiedenen vollständigen Implementierungen von verschiedenen Herstellern verfügbar.
Freie Software
Wir setzen uns für die Förderung von Software ein, die von allen uneingeschränkt benutzt, untersucht, verbreitet und verändert werden kann. Diese sogenannte "freie Software" garantiert ihren Nutzerinnen alle wesentlichen Freiheiten, die notwendig sind, um die Kontrolle über ihre technischen Systeme selbst zu übernehmen und diese gegebenenfalls kollektiv und demokratisch weiter zu entwickeln. Dadurch leistet sie einen wesentlichen Beitrag zur Stärkung von Autonomie und Privatsphäre aller Nutzer. Insbesondere Bildungseinrichtungen und die gesamte öffentliche Verwaltung sollen schrittweise darauf hinarbeiten ihre gesamte technische Infrastruktur auf freie Software umzustellen, um so langfristig Kosten für die öffentlichen Haushalte und die Abhängigkeit von einzelnen Herstellern zu reduzieren.
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